Fusion auf Augenhöhe

Vereinigte Raiffeisenbanken Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg eG

VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG

„Eine Fusion auf Augenhöhe“ planen Vorstände und Aufsichtsräte der Vereinigten Raiffeisenbanken Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg eG sowie der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG. Wenn die Vertreterversammlungen der beiden Genossenschaftsbanken im Frühjahr der Verschmelzung zustimmen, könnte diese bereits rückwirkend zu Jahresbeginn 2017 vollzogen werden.

Schon der Firmenname „VR-Bank Franken Mitte eG" der neu geschaffenen Bankeneinheit mit Sitz in Erlangen soll zeigen, dass sich hier eine Größe im regionalen Bankenmarkt positionieren wird. Die Bilanzsumme wird dann bei etwa bei 2,1 Mrd. Euro liegen, die Kundeneinlagen werden sich auf rund 1,8 Mrd. Euro und die Kredite auf 1,3 Mrd. Euro belaufen. „Eine gute Ausgangsbasis", sieht darin Wolfgang Holler, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Raiffeisenbanken, um den gleich gelagerten Herausforderungen - wie zunehmender Regulatorik, anhaltendem Niedrigzins, geforderter Digitalisierung - vereint besser zu begegnen: „Die Fusion ist ein strategisch zukunftsweisender Schritt, denn das Realisieren von Ertrags- und Kostensynergien duldet keinen Aufschub!"

Profitieren sollen vor allem die insgesamt 60.000 Mitglieder und rund 112.000 Kunden. Mit einer gebündelten Produkt- und Leistungskompetenz ließen sich die wachsenden Ansprüche von Privat- und Firmenkunden zukünftig besser erfüllen, unterstreicht  Johannes Hofmann, Vorstandsmitglied der Erlanger Genossenschaftsbank. „Immer, alles, überall – entsprechend dieser Devise erwarten unsere Kunden zugleich höchste Beratungsqualität in den Filialen, flexible Erreichbarkeit eines Kundenservicecenters und unkompliziertes Onlinebanking. In einem angrenzenden und jetzt zusammenwachsenden Geschäftsgebiet lassen sich alle Vertriebswege optimieren und die gebündelte Finanzkraft besser ausspielen." Die zukünftige VR-Bank Franken Mitte eG wird an einem gut strukturierten Filialnetz festhalten und bietet an 37 Orten Beratungskontakt, außerdem 21 Selbstbedienungs-Filialen. Dabei müsse die Kundenfrequenz und somit die Effizienz jeder Filiale auch weiterhin gewährleistet sein, so Hofmann.

Rein rational gäbe es keine Einwände gegen diesen Zusammenschluss, betont Rainer Lang, Vorstandsmitglied der Vereinigten Raiffeisenbanken. Aber auch emotionale Bedenken der Mitarbeiter würden ernst genommen, wobei grundsätzlich niemand der insgesamt 500 Bankangestellten um seinen Arbeitsplatz fürchten müsse. „Flexibilität ist jedoch gefragt: Das Auflösen von innerbetrieblichen Doppelfunktionen ist nur konsequent und wird einzelne Aufgabenbereiche verschieben. Die neue Mannschaftsstärke wird vor allem der Beratungskompetenz zugutekommen: Spezialisten zu weiterführenden Finanzthemen wie PrivateBanking oder elektronische Bankleistungen und für innovative Allfinanz-Lösungen werden die durchgängige genossenschaftliche Beratungsqualität noch weiter herausstellen."

Das Erlanger Vorstandsmitglied Hans-Peter Lechner zeigt den bisher erfolgreichen Verlauf der Fusionsverhandlungen auf: Beide Aufsichtsratsgremien hätten geschlossen von Beginn an den geplanten Zusammenschluss unterstützt. Bereits mit dem Unterzeichnen des Kooperationsvertrages hätten somit einige Unternehmensbereiche der beiden Banken in gemeinsame Projektgruppen starten können, um effiziente Geschäftsprozesse anzustoßen. Auch die Vertreter konnten bereits in regionalen Informationsveranstaltungen die Fusionsargumente nachvollziehen. „Das letzte Wort haben jedoch im Frühjahr die beiden Vertreterversammlungen als das oberste Entscheidungsgremium einer Genossenschaftsbank."

„Natürlich müssen hier zwei Banken zusammenwachsen, die sich bislang trotz ähnlicher Unternehmensphilosophie eigenständig gut entwickelt haben", räumt Holler ein, der als Vorstandsvorsitzender in der neuen Gesamtbank für den Integrationsprozess verantwortlich sein wird. „Zum einen Mitarbeiterressourcen sinnvoll einsetzen, zum anderen Menschen emotional zusammenführen – darin sehe ich eine Schlüsselrolle für das vierköpfige Vorstandsteam. Denn nur motivierte Mitarbeiter sehen und denken die Bank aus der Kundenperspektive."